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MEISTERKONZERT

Ludwig van Beethoven komponierte seine Sonate in  F-Dur op. 24 für Klavier und Violine in den Jahren 1800-1801 und widmete sie seinem Freund und Mäzen,dem Kunstsammler und Amateurgeiger Moritz Christian Johann Reichsgraf von Fries.

Erst später erhielt dieses Werk wegen seines grundsätzlich optimistischen, meist heiteren Charakters den Beinamen ,,Frühlings-Sonate’’.  Die Musik erscheint hier frei von dem Gewicht, das sich gerade in dieser Zeit über Beethovens Leben legte, da er von seinem bis zu völliger Taubheit führenden Gehörleiden erfuhr. 

Vielleicht fand dieser Schatten dann bewusst Ausdruck in der zeitgleich komponierten Zwillingssonate, der deutlich dunkleren und dramatischeren Violinsonate op. 23 a-moll.

Johannes Brahms hatte 1890 eigentlich beschlossen, nicht mehr zu komponieren und vermittelte dies seinem Verleger Simrock. Dass er dann aber den Klarinettisten Richard Mühlfeld an der Meininger Hofkapelle kennenlernte, verdankt die Musikwelt gleich vier Schlüsselwerken des Spätwerks von Brahms: dem Trio Op. 114, dem Klarinettenquintett op. 115 und den beiden Sonaten op. 120 Nr. 1 und 2.

Inspiriert durch den unvergleichen Ton Mühlfeldes (,,Man kann nicht schöner Klarinette blasen…’’schreibt Brahms in einem Brief an Clara Schumann im Jahre 1891) komponierte er zuerst dieses Trio a-moll op. 114, in die welchem die drei Instrumente in vollkommener Gleichberechtigung miteinander in schwebender, spätsommerlicher milder Stimmung musizieren, als würden sie ein ganzes Leben beschreiben.

Jean Francaix schreibt in seiner Autobiographie: ,,Beim Komponieren sind die schönen Theorien das allerletzte, woran ich denke!” Das Werk ,,Thema und Variationen” für Klarinette und Klavier komponietre er – ebenso wie etwa Claude Debussy seine 1. Rhapsodie für Klarinette und Klavier – als Prüfungsstück für den Klarinettenwettbewerb am Pariser Konservatorium. Aberwitzige Virtuosität werden hier ebenso gefordert wie filigrane französische Klangkunst: eine Herausforderung für jeden Klarinettisten. Jean Francaix  unterhält geistreich und humorvoll mit einem wunderbaren Gespür für den Klang der Instrumente.

Peter Tschaikowsky schrieb mit dem ,,Pezzo Capriccioso” – ursprünglich für Violoncello und Orchester gedacht – ein  fulminantes russisches Virtuosenwerk, während das Nocturne op.19/4 einen wunderbar ruhigen, romantischen und lyrischen Gegenpart bildet.

Über Felix Mendelsohn-Bartholdy schrieb Robert Schumann selbst in seiner ,,Neuen  Zeitschrift für Musik, er sei ,,... derMozart des 19. Jahrhunderts, der hellste Musiker, der die Widersprüche der Zeit am klarsten durchschaut und zuerst versöhnt.”

Mit einem furiosem Molto Allegro agitato, einem berührendem liedhaftem Andante, einem kontrapunktischem Scherzo und einem überwältigend virtuosem und berauschendem Finale weht mit dem Trio Nr.1 d-moll  die einzigartige, ungebremste Energie und Fantasie des zum Zeitpunkt der Entstehung gerade 30-jährigen Genies Felix Mendelsohn-Bartholdy in den Konzertsaal.

 

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