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ERÖFFNUNGSKONZERT

Paris und Wien, zwei der wichtigsten europäischen Musikmetropolen, bilden den musikalischen Spanungsbogen der KONTUREN 2018. Francis Poulenc und Darius Milhaud gehörten der in Paris gegründeten „Group de Six“ an, die sich nichts Geringeres vorgenommen hatte, als die Musik Frankreichs neu zu definieren. Dazu gehörte es auch, den Impressionismus eines Claude Debussys zu überwinden, der in unserem Programm anlässlich seines 100. Todestages 2018 mit seinem früh komponierten Klaviertrio vertreten ist.

Poulencs Klarinettensonate wurde von Benny Goodman und Leonard Bernstein in New York 1963 uraufgeführt, einige Monate nach dem Tod des Komponisten. Einen intimen Dialog führen Klarinette und Klavier in der Sonate. Traurigkeit, Poulenc komponierte die Sonate im Angedenken an seinen verstorbenen Freund und Kollegen Arthur Honegger, und mitreißende Virtuosität sind die Spannungspole des Werkes. Poulencs Cellosonate ist 1948 komponiert und greift Tanzrhythmen und Opernelemente auf. Die Cellisten verdanken das Werk Paul Fournier, der Poulenc bei der Ausgestaltung des Celloparts half. Herausgekommen ist ein Werk mit emotionaler Tiefe und Empfindsamkeit, gepaart mit Witz und kecken Kompositionseinfällen.

Der dritte Franzose im Bund heißt Darius Milhaud und komponierte seine Suite für Klarinette, Violine und Klavier 1937. Es ist ein perfekter Mix aus lateinamerikanischen Einflüssen, jazzigen Einsprengseln und Tanzrhythmen wie Ragtime oder Blues. Milhaud war ein vielreisender Komponist und verarbeitete seine Inspirationen von seinen Reisen nach Brasilien, nach England und in die USA in seinen Werken.

Der Franzose Claude Debussy steht für ganz andere Musik. Er brachte exotische, vor allem asiatische Anleihen in die Musik und gilt als Repräsentant des musikalischen Impressionismus. Sein Klaviertrio ist ein Jugendwerk, das während seiner Sommer-aufenthalte bei Frau von Meck, einer reichen russischen Gönnerin (vor allem für Tschaikowsky) entstand. Das vollständige Trio wurde erst 1982 „entdeckt“ und spiegelt deutlich die Vorbilder, die der junge Debussy hatte: Schumann, Fauré und Tschaikowsky.

Mozart und Haydn bilden den Gegenpart zu den Franzosen. Die Violinsonate G-Dur ist die erste von sechs Sonaten, die Mozart zwischen 1777/78 komponierte und der Kurfürstin Elisabeth von der Pfalz widmete. Die sechs Sonaten bezeichnete Mozart als sein Opus 1, er verleiht ihnen damit also Gewicht. Mozart setzt in der G-Dur Sonate Klavier und Violine fast gleichberechtigt ein, das war eher ungewöhnlich zu dieser Zeit und freut heute natürlich die Geiger.

Haydn war mit seiner selbstgewählten „Isolation“ am Hofe des Fürsten Esterhazy sehr zufrieden. Hier konnte er frei von fremden Einflüssen „original“ bleiben, wie er es selbst formulierte. Heute gilt er als Begründer der Gattung Streichquartett, der Königsgattung für Kammermusik, und war ebenso mit seinen über 30 Klaviertrios stilbildend. Haydn war auch ein guter Geschäftsmann. Seine Klaviertrios Hob XV: 15-18 verkaufte er gleichzeitig „exklusiv“ an zwei Verleger, die sich fortan um die Urheberrechte streiten mussten. Auch die Besetzung des Trios einmal mit Flöte oder mit Violine eröffnete mehr Möglichkeiten. Haydn feierte mit den Trios in London grandiose Erfolge.

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