Home
Konzerte
Meisterkurse
Künstlerische Leitung
Vorverkauf & Kontakt
Förderverein
Rückblick
 
> Programm bestellen
> Max Ernst Museum
Brühl des LVR

Dorothea Tanning Saal Comesstr. 42, Brühl
> Kunst- und Musikschule
der Stadt Brühl

Liblarer Str. 12-14, Brühl
 

MEISTERKONZERT
WDR 3 Kammerkonzert in NRW

Ein Kammermusikprogramm der ungewöhnlichen Besetzungen ist dieses Konzert, auch wenn die beiden Quintette von Mozart und Beethoven heute anerkannte Meisterwerke sind. Bläser gegen oder mit Klavier, diese Frage beantworten beide Komponisten unterschiedlich. Mozart komponierte sein Quintett für Klavier und vier Bläser 1784, Beethoven schrieb sein Werk 13 Jahre später. Uraufgeführt wurden beide Kompositionen in Wien.

Mozart lebte von 1784-88 in Wien und war in einem wahren Schaffensrausch, komponierte in kurzer Zeit drei Klavierkonzerte und eben das Quintett in Es-Dur. Er hatte Erfolg und sein Publikum wollte neue Stücke hören.
Er nutzte diese Anerkennung für kammermusikalische „Experimente“. In seinem Quintett verbindet er auf ganz neue Weise das Soloinstrument Klavier, das normalerweise in Konzerten mit Orchester oder führend in Sonaten zu hören war, mit dem feinen Klangkosmos der Bläser, die bis dahin eher für Harmoniemusiken im Hintergrund
verwendet wurden. In seinem Quintett lässt Mozart die Instrumente gleichberechtigt in einen musikalisch ausgefeilten Dialog treten, echte Ensemblearbeit ist hier gefragt. Die Uraufführung am 1. April in der Wiener Hofburg mit Mozart am Klavier wurde zu einem fulminanten Erfolg. Mit Anton Stadler an der Klarinette, Georg Triebensee als Oboisten und den ersten Bläsern der kaiserlichen Hofkapelle an Horn und Fagott hatte Mozart exzellente Partner. Technisch und musikalisch musste er sich hier nicht beschränken und so gelang ihm eine geniale Verbindung der verschiedenen Klangwelten und eines der schönsten Kammermusikwerke überhaupt.

Für Beethoven spielt das Klavier im Quintett eine gewichtigere Rolle, ist mehr Kontrapunkt zu den Bläsern. Doch viele andere Elemente, die Tonart Es-Dur, der kompositorische Aufbau, sind sehr bewusst an Mozarts Quintett orientiert. Auch hier spielte der Komponist selbst die Uraufführung und konnte ebenso wie Mozart auf hervorragende Bläser zurückgreifen (an der Oboe saß sogar wieder Georg Triebensee). Die enge Verflechtung der Instrumente wie Mozart strebte Beethoven aber nicht an, er setzt Bläserharmonien sehr bewusst gegen solistische Partien des Klaviers und schafft damit ein mitreißendes Kammermusikwerk.

Wie Mozart und Beethoven hat Poulenc für sein Trio mit Oboe, Fagott und Klavier eine ungewöhnliche Besetzung gewählt. Poulenc gehörte zur „Group de Six“, ein Zusammenschluss junger Komponisten in Paris, die neue Wege in der Musik gehen wollten. Das Trio ist witzig, geschickt kammermusikalisch aufgebaut, und stellt dem Klavier absichtlich nicht zwei Streicher sondern zwei Bläser zur Seite, die sozusagen die hohe (Violine) und tiefe (Violoncello) Stimme übernehmen.

[ zurück zur Konzertübersicht ]