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PIANO PUR

William Youn – in Korea geboren, in Amerika aufgewachsen, in Deutschland studiert. Das ist der Kurzlebenslauf dieses bemerkenswerten Pianisten, der sich gerade bei Oehms Classic mit der Gesamteinspielung aller Mozart-Sonaten einer Mammutaufgabe stellt. Bei den KONTUREN aber hat er vor allem Franz Schubert im Gepäck.

In den Werkerläuterungen der Villa Musica Mainz heißt es zur großen B-Dur Sonate: „Die letzten drei Klaviersonaten, vollendet im August 1828, sind jene Werke, in denen sich Schuberts Rolle als Nachfolger der Klassiker am deutlichsten bekundet, zugleich aber auch der ureigene, tief persönliche Ton des Komponisten am klarsten ausspricht. Der besondere Rang dieses Zyklus als eines kompositorischen Vermächtnisses wurde schon 1838 von Robert Schumann in einem Artikel über Franz Schubert’s letzte Compositionen angesprochen. Für Schumann waren sie dort angesiedelt, „wo die Phantasie durch das traurige ‘Allerletzte’ nun einmal vom Gedanken des nahen Scheidens erfüllt ist“.

Die erhaltenen Skizzen beweisen allerdings, dass sich Schubert ungewöhnlich lange mit diesen Sonaten beschäftigte, sie also schon skizziert hatte, lange bevor im September 1828 erste Anzeichen seiner Todeskrankheit auftraten. Tod und Trauer, wie sie aus den Mittelsätzen und den Durchführungspartien dieser Werke zu sprechen scheinen, gehörten vielmehr seit seiner Jugend zu seinen bevorzugten Themen, die nicht unmittelbar mit dem eigenen Schicksal verknüpft waren.“

Die Wanderer Fantasie D 760 hat Franz Schubert 1822 fertiggestellt und im gleichen Jahr wurden die Noten auch verlegt. Die drei letzten Klaviersonaten wurden im Gegensatz dazu erst 1838/39 gedruckt. Schubert dessen Name mit über 600 Liedern für immer mit Gesangskompositionen verknüpft ist, versuchte mit seinen Klaviersonaten aus Beethovens Schatten zu treten. Mit den letzten drei Sonaten ist ihm dies ganz sicher gelungen. Die Wanderer Fantasie, sechs Jahre früher entstanden, ist vielleicht eine Stufe auf diesem langen Weg und verknüpft gleichzeitig Schuberts Lied- und Klaviersonatenschaffen. Im zweiten Satz der Fantasie zitiert der Komponist sein eigenes Lied „Der Wanderer“ nach einem Gedicht von Georg Phillip Schmidt, das die Verlorenheit des Individuums thematisiert. In der vierten und fünften Strophe, auf die sich Schubert in der Klavier Fantasie bezieht, heißt es: „Ich wandle still, bin wenig froh, und immer fragt der Seufzer, wo? Die Sonne dünkt mich hier so kalt, die Blüte welkt, das Leben alt, und was sie reden leerer Schall: Ich bin ein Fremdling überall.“ Könnte das nicht auch über den drei letzten Klaviersonaten stehen? Technisch ist die Wanderer Fantasie eine pianistische Herausforderung. Schumann soll im Freundeskreis als er sein eigenes Werke nicht einwandfrei intonierte, ausgerufen haben, „Das Zeug soll der Teufel spielen“.

Dazwischen setzt William Youn die c-Moll Fantasie von Wolfgang Amadeus Mozart, eine der wenigen Fantasien, die Mozart nach improvisierter Aufführung nachträglich notiert hat. Im Druck erschien die Fantasie zusammen mit der Klaviersonate c-Moll KV 457. Beide Werke sind seiner Schülerin Therese von Trattner gewidmet. Auf den jungen Beethoven soll die Fantasie einen tiefen Eindruck gemacht haben, womit sich der Kreis dieses Programmes schließt.

 


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