Home
Konzerte
Meisterkurse
Künstlerische Leitung
Vorverkauf & Kontakt
Förderverein
Rückblick
 
> Programm bestellen
> Max Ernst Museum
Brühl des LVR

Dorothea Tanning Saal Comesstr. 42, Brühl
> Kunst- und Musikschule
der Stadt Brühl

Liblarer Str. 12-14, Brühl
 

PIANO PUR

Auch im traditionellen Klavier Soloabend mit dem herausragen-den deutschen Pianisten Joseph Moog begegnen sich vor allem französische und deutsche Komponisten.

Anlässlich des 100. Gedenkjahres steht Debussys 1904 auf der Kanalinsel Jersey fertiggestellte Klavierwerk mit dem bezeichnenden Titel „Insel der Glücklichen“ auf dem Programm. Lebensfreude, positive Energie und ein Glücklichsein im Moment atmet dieses spritzige und virtuose Kabinettstück, das technisch für den Solisten höchst anspruchsvoll ist. Im Sommer 1904 verlebte Debussy glückliche Sommertage auf der englischen Insel, verliebt in die Bankiersgattin Emma Bardac, die er als Klavierlehrer ihres Sohnes Raoul kennengelernt hatte. Die Beziehung entwickelte sich in Paris zu einem Skandal, beide waren verheiratet, und so gingen die Verliebten auf Reisen. Der Titel spielt auch auf ein Gemälde Jean-Antonie Watteaus an, der die „Einschiffung nach Kythera“, die Insel, auf der Aphrodite bzw. Venus das erste Mal Land erreicht, dargestellt hat, allgemein bezeichnet als „Reich der Liebe, fern aller Konflikte“.

Chopin darf in einem Klaviersoloabend eigentlich nicht fehlen, ist er doch der Komponist, der mit mehr als
200 Kompositionen für Klavier dieses Instrument eindeutig in den Mittelpunkt seines Schaffens gestellt hat und selbst ein genialer Pianist war. Überraschenderweise hat er dann aber „nur“ drei Klaviersonaten komponiert, die aber alle für sich grandiose Werke sind. Die dritte Klaviersonate, ein Spätwerk 1844 fünf Jahre vor seinem Tod komponiert, ist im Verhältnis zu den Vorgängersonaten am ehesten an den klassischen Formen eines Haydn, Mozart oder Beethoven orientiert, reizt diese Formen aber bis an die Grenzen aus. Die h-moll Sonate hat Chopin mit dem Untertitel „Konzert ohne Orchester“ versehen. Sie ist farbenreich, hochemotional und romantisch und hält für jeden Pianisten die gewaltige Herausforderung bereit, einen langen Spannungsbogen über das Werk auszubreiten und zu gestalten.

Joseph Haydns Klavierfantasie am Anfang des Programmes ist ein heiterer, galanter Einstieg in den Konzertabend. 1789 schickte Haydn die Komposition an den Verleger Artaria und schreibt, „Ich habe bey launigter stunde ein ganz neues Capriccio für das forte piano verfast, welches wegen geschmack, seltenheit, besonderer ausarbeitung ganz gewiß von Kennern und Nichtkennern mit allen beyfall muß aufgenohmen werden, Es ist nur ein einziges stück, etwas lang, aber nicht gar zu schwer.“ (Brief vom 29. März 1789). Filigran, humorvoll, tänzerisch schöpft Haydn hier die neuen Spielmöglichkeiten des weiterentwickelten Cembalos aus.

Als drittes Schwergewicht im Klaviersoloabend ist Franz Liszt mit zwei Werken vertreten. Seit 1830 beschäftigte sich der Komponist mit ungarischer Volksmusik, notierte Höreindrücke auf seinen Reisen durch Ungarn und kopierte Handschriften. 1853 machte er mit der Veröffentlichung seiner Rhapsodien die ungarische Musik populär, war aus heutiger Sicht ein „Influencer“. In seinen Äußerungen bezeichnete er sich launisch als „halber Zigeuner“. Die cis-moll Rhapsodoie gehört zu den meistgespielten Stücken aus dem Zyklus. Ein Gemisch aus Melancholie, virtuosem Tastenzauber und mitreißenden Tanzmelodien machen den unwiderstehlichen Charme dieses Werkes aus.

In der Urtetxt Ausgabe des Henle Verlags zu Liszt Petrarca Sonetten heißt es: „Petrarca, Mitbegründer des Humanismus und einer der größten Dichter Italiens, hinterließ in seiner Sammlung „Canzoniere“ Hunderte von Sonetten, in denen er seiner Verehrung für Laura Ausdruck verlieh – eine geheimnisvolle Frauengestalt, von der man nicht weiß, ob sie tatsächlich existiert hat. Gut fünfhundert Jahre später vertonte Liszt die Sonette Nr. 47, 104 und 123 zu schwärmerisch-poetischen Klavierliedern und integrierte die Fassungen für Klavier solo in den
2. Band („Italien“) seiner „Années de Pèlerinage“. 1838 bereiste Liszt zusammen mit der Gräfin d’Agoult Italien und in seiner Komposition spiegelt sich Verliebtheit, das südliche Flair des Reiselandes und musikalische Poesie.

[ zurück zur Konzertübersicht ]