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PIANO PUR

PROGRAMM

Ludwig van Beethoven
(1770-1827)

Klaviersonaten Op. 109, 110 & 111
 

SEVERIN VON ECKARDSTEIN

Severin von Eckardstein wurde mit seinem Sieg beim Concours Reine Elisabeth in Brüssel (2003) einem großen Publikum bekannt. Er spielt ein facettenreiches Repertoire, das von Werken der Barockzeit bis in die Gegenwart reicht und überrascht in seinen Programmen mit der Gegenüberstellung von Komponisten aus verschiedenen Epochen und Kulturkreisen. 

Er gastierte mit Dirigenten wie Valery Gergiev, Philippe Herreweghe, Lothar Zagrosek und Marek Janowski und gab wichtige Debuts wie z.B. mit dem Royal Concertgebouw Orchestra unter Paavo Järvi und dem Dallas Symphony Orchestra mit Jaap van Zweden am Pult. Im Oktober 2015 debütierte er mit dem Trondheim Symfoniorkester und in der Saison 2016/17 war er zum sechsten Mal als Gast in der Reihe „Meesterpianisten“ im Concertgebouw Amsterdam zu hören.

Seine Einspielungen begeistern Zuhörer und Presse gleichermaßen durch ihre Werktreue und eine Ernsthaftigkeit, die in der Nachfolge von Meisterpianisten wie Michelangeli und Horowitz steht.

Als einer der bedeutendsten deutschen Pianisten unserer Zeit ist Severin von Eckardstein ein Künstler, wie man ihn selten trifft: Von Eckardstein geht weit über wohlklingende Ästhetik hinaus und dringt zum Kern der Musik vor. Er ist ein Schöpfer am Klavier, der mit seinen Interpretationen die architektonischen Strukturen und philosophischen Grundgedanken der Musik freilegt. Er ist ein faszinierender Künstler, der sein Publikum packt, in Erstaunen versetzt und berührt. Seine Virtuosität und technische Finesse sind überragend, aber nie Selbstzweck – alles, was von Eckardstein tut, steht immer im Dienst der Musik.


„... Es ist der Geist, der edlere und bessere Menschen auf diesem Erdenrund zusammenhält
und den keine Zeit zerstören kann ...“
(Ludwig van Beethoven an Maximiliane Brentano)

Als Vermächtnis von Beethoven gilt heute der Zyklus der drei letzten Klaviersonaten op. 109, op. 110 und
op. 111.

Ausdruck und Form der drei Sonaten fallen aus jedem bis dahin bekannten Rahmen. So liegt das Hauptgewicht im musikalischen Ausdruck und in der zeitlichen Dimension in den Sonaten op. 109 und op. 110 nicht wie üblich auf dem ersten Satz, sondern auf den komplexen letzten Sätzen. Es scheint, als verabschiede sich Ludwig van Beethoven mit diesen letzten seiner 32 Klaviersonaten, indem er die Sonatenform selbst sprengt und auflöst. Die Sonate op. 111 endet nur zweisätzig mit einem langsamen Satz. Trotzdem erscheint es unmöglich, hier einen dritten Satz folgen zu lassen: das Werk ist zu Ende gebracht, vollendet, ähnlich wie Schuberts berühmte h-moll Sinfonie “Die Unvollendete“.

Berühmt geworden sind die (von Theodor Adorno inspirierten) Ausführungen des Musikpädagogen Wendell Kretzschmar in Thomas Manns „Doktor Faustus“ über den letzten (zweiten) Satz der Sonate op.111.
Die Sonate sei „...kein Werk der Klassik mehr“, erklärt hier Kretzschmar seinen Zuhörern, vielmehr herrsche in ihr bereits der „…Prozess der Auflösung, der Entfremdung, des Entsteigens ins nicht mehr heimatliche und Geheure“, sie verliere sich „...in schwindelnde Höhen, die man jenseitig nennen möchte oder abstrakt“.

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